Ein großes Jubiläumsjahr ist derzeit in vollem Gange:
Die St. Katharinenspitalstiftung feiert ihr 800-jähriges Bestehen.
Unter dem Motto „Spital 800+ – Leben, Arbeiten, Kultur“ rückt im Laufe des Jahres jeder Bereich des Spitals in den Mittelpunkt. Nun stand beim „Festakt der Pflege“ insbesondere das LEBEN im Spital im Fokus.
Im Mittelalter war ein Spital Herberge, ein Zufluchtsort für Bedürftige. Und am Ende war es auch Heimat.
Das Katharinenspital ist auch heute Heimat: Für seine Bewohnerinnen und Bewohner ist es ihr Zuhause.
Dass an diesem Nachmittag ausdrücklich die Personen im Mittelpunkt stehen sollten, die hier leben, betonte Heimleiterin Bettina Schwab in ihrer Begrüßung. „Ein Festnachmittag ganz speziell für Sie“, richtete sie ihre Worte an die Gäste im Saal. Musikalisch begleitet wurde das Programm vom Katharinenchor, dessen Mitglieder selbst Bewohnerinnen und Bewohner des Spitals sind.
Pflege wird oft als „Handwerk mit Herz“ beschrieben. Doch dafür braucht es viele Hände. Deshalb nutzte Bettina Schwab die Gelegenheit, ihrem engagierten Team sowie den Angehörigen und Ehrenamtlichen zu danken, ohne deren Hilfe viele Angebote und Veranstaltungen, die den Alltag bereichern und bunt gestalten, nicht durchführbar wären. Der Jahreskalender des Spitals ist reich gefüllt mit Ausflügen, Festen und Aktivitäten. Damit aus Ideen am Ende auch konkrete Erlebnisse werden, braucht viel Unterstützung. Viel müsse dabei ineinandergreifen, so Schwab.
v. l. n. r.: Spitalmeister Wolfgang Lindner, Katrin Staffler (CSU, Bundesbeauftragte für Pflege), Dompropst Dr. Franz Frühmorgen, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, OB Dr. Thomas Burger (SPD), Bettina Schwab (Heimleiterin und stellvertretende Spitalmeisterin)
Genau dieses Miteinander würdigte auch Katrin Staffler, die als Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Pflege der Einladung der Spitalstiftung gefolgt war. In ihrem Grußwort hob sie hervor, wie außergewöhnlich es sei, im Bereich der Pflege auf eine Geschichte von nicht mehreren Jahrzehnten, sondern sogar Jahrhunderten zurückblicken zu können.
Auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger (SPD), der das Katharinenspital als Mitglied des Spitalrats seit vielen Jahren begleitet, würdigte das enge Zusammenspiel der unterschiedlichen Bereiche. Den Begriff der „Spitalfamilie“ empfinde er deshalb als besonders treffend.
Die Gründung des Spitals im Jahr 1226 beruhte auf einer gemeinsamen Entscheidung des damaligen Bischofs Konrad IV. und der Regensburger Bürgerschaft – eine Kooperation, die sich über die Jahrhunderte hinweg als Erfolgsmodell erwiesen hat.
Als 52. Nachfolger Bischof Konrads, wie das Spitalarchiv errechnete, nahm Bischof Dr. Rudolf Voderholzer als besonderer Ehrengast an diesem Nachmittag teil.
In seiner Ansprache verwies Bischof Rudolf auf die beiden großen Jubiläen, die Regensburg in diesem Jahr begeht:
800 Jahre Katharinenspital und 750 Jahre gotischer Dom.
Beide Großprojekte ihrer Zeit seien aus dem gemeinsamen Engagement von Kirche und Bürgerschaft hervorgegangen und Ausdruck gelebter Nächstenliebe.
Besonders würdigte der Bischof die Katharinenkirche als geistliches Zentrum der Spitalanlage.
Sein Dank galt dabei betont auch dem Hausgeistlichen Prälat Hermann Hierold, der die seelsorgerische Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner übernimmt.
Während viele Spitäler das Patronat des Heiligen Geistes führen, habe man sich in Regensburg für die heilige Katharina von Alexandrien als Patronin entschieden. Ihr zu Ehren segnete Bischof Rudolf am Ende seiner Rede eine restaurierte und neu gefasste Katharinenfigur aus dem Jahr 1760. Künftig wird sie im Eingangsbereich des Spitals ihren Platz finden.
Mit persönlichen Worten wandte sich der Bischof anschließend an die Bewohnerinnen und Bewohner: „Jeder und jede braucht etwas, woran man sich im Leben festhalten kann. Vor allem im Alter." Als persönliche Erinnerungsgabe segnete der Bischof 800 Kreuze und Herzen aus Olivenholz aus dem Heiligen Land, die als Handschmeichler verteilt werden.
Den feierlichen Abschluss bildete das symbolische Anschneiden einer Jubiläumstorte durch Bischof Rudolf gemeinsam mit der ältesten Bewohnerin des Spitals, Elfriede Sedlaty.
Damit ging der Festakt in den geselligen Teil des Nachmittags über, der bei Kaffee, Gesprächen, Musik und sogar Tanz noch länger dauern sollte.
Ein herzliches Dankeschön in diesem Zusammenhang geht an "Conny und die Sonntagsfahrer" für die Musik und an KlinikClowns e. V. , die fröhliche Momente auch zu den Bewohnerinnen und Bewohnern brachten, die nicht selbst am Festakt teilnehmen konnten.
Fotos: St. Katharinenspitalstiftung und Ludwig Sammer