Pressebericht: Verschollene Albertus-Magnus-Urkunde nach 45 Jahren zurück im St. Katharinenspital

Am 15. November ist der Gedenktag von Albertus Magnus. Seit November 2025 befindet sich eine seit 1979 verschollene Pergamenturkunde des Heiligen aus dem 13. Jahrhundert wieder im Archiv des St. Katharinenspitals in Regensburg-Stadtamhof. Das historisch bedeutsame mittelalterliche Dokument wurde in einem oberbayerischen Nachlass aufgefunden und eindeutig identifiziert.


Die wiederentdeckte Urkunde stammt vom 30. Juli 1260. Das Bischofssiegel des Albertus Magnus, befestigt mit violetten Seidenfäden, blieb unbeschadet erhalten. Im Text fordert Albertus Magnus auf Latein den Regensburger Klerus auf, die Gläubigen zu Almosen für das St. Katharinenspital zu ermuntern und erneuert die Ablässe Bischof Konrads IV. für das Katharinenspital. Hier verweist Albertus Magnus auf den Stiftungsauftrag des Gründerbischofs Konrad IV. von Frontenhausen (†1226). Das Bürgerspital St. Katharina in Regensburg-Stadtamhof wurde 1226 von Bischof Konrad IV. in Zusammenwirken mit der Regensburger Bürgerschaft gegründet. Die sozial-karitative Spitalstiftung engagiert sich seit acht Jahrhunderten bis heute ununterbrochen für ältere, kranke und bedürftige Menschen. 


Mit diesem Schriftstück galt eine der wertvollsten schriftlichen Überlieferungen der Spitalstiftung gut 45 Jahre lang als verschwunden, nachdem die Urkunde im Zuge einer Leihgabe das Archiv verlassen hatte. Der Verlust konnte nie aufgeklärt werden. Laut den Protokollen des Spitalrats beschäftigte der Vorgang die Stiftung über Jahre hinweg. Die Hoffnung der Spitalfamilie auf eine Wiederauffindung blieb jedoch fast fünf Jahrzehnte lang vergeblich. Erst durch einen aufmerksamen Hinweis aus Oberbayern konnte die Urkunde nach mehr als vierzig Jahren restituiert werden.


Der Fund ist zugleich von Bedeutung für die Erforschung des Wirkens von Albertus Magnus als Bischof von Regensburg. Der Universalgelehrte gilt als eine der herausragendsten Gestalten der westlichen Geistesgeschichte. Der Dominikaner, Philosoph, Jurist und Naturforscher kommentierte nahezu sämtliche Schriften des Aristoteles und trug damit entscheidend zur Wiederaufnahme antiken Denkens im christlich-mittelalterlichen Umfeld bei. Seine Lehren prägten Generationen von Gelehrten – zuvorderst seinen Schüler Thomas von Aquin – und stehen bis heute für den Anspruch, Glaube und Vernunft in Einklang zu bringen. In seiner kurzen Amtszeit als Bischof von Regensburg (1260–1262) wurde Albertus Magnus auch „Bischof Bundschuh“ genannt, weil er zum Zeichen seiner Demut einfache Schuhe trug und weite Strecken zu Fuß zurücklegte. Im Bistum Regensburg erinnert hieran ein beliebter Wanderweg.


Die Rückkehr der Albertus-Magnus-Urkunde fällt in eine besondere Zeit: 2026 feiert das St. Katharinenspital Regensburg sein 800-jähriges Bestehen – ebenso den 800. Todestag seines Gründers, Bischof Konrad IV. von Frontenhausen, auf den der heilige Albertus Magnus in der wiederentdeckten Urkunde Bezug nimmt. Die Albertus-Magnus-Urkunde der St. Katharinenspitalstiftung wird im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten erstmals wieder öffentlich gezeigt werden.